12. Preis

Moto Guzzi V 7 Special Bj. 1970

Danke für die Spende dieses Oldtimers an: Peter Sauer, OLASKO

Die V7 war das erste Motorrad von Moto Guzzi mit einem V Motor. Die 7 stand damals bei der Vorstellung 1967 für die Hubraumgröße von ungefähr 700 ccm. Die V 7 Special hatte schon 750 ccm und  45 PS. Der V2-Viertaktmotor Motor ist längs eingebaut und hat einen Zylinderwinkel von 90 Grad. Das Viergang-Getriebe wird über eine Schaltwippe betätigt und die Kraft wird auf das Hinterrad über eine Kardanwelle weiter gegeben.
Die V7 hat einen Doppelschleifen Rohrrahmen mit geschlossenem Heckbogen. Klassische 18 Zoll Drahtspeichenräder und Trommelbremsen vorne als Duplexbremse runden das Gesamtbild die V 7 Special ab. Mit knapp 160 km/h Höchstgeschwindigkeit war die Moto Guzzi ein perfektes Reisemotorrad.

Von unserem Spender der Moto Guzzi V7 Special haben wir Ihre Entstehungsgeschichte.
Moto Guzzi V 7 750 Spezial
EZ: 01.07.1970
33 kW / 45 PS

1992 habe ich – damals in Königstein i.Ts. lebend – einem Harley-Fahrer mit einer 1948er WLA aus Wiesbaden aus einer technischen Panne geholfen. Daraus entstand eine bis heute andauernde Freundschaft.
Für diesen Freund in Wiesbaden habe ich 1998 – dann schon als Wahl-Bayer – eine Moto Guzzi V 7  750 Spezial am Chiemsee in Teilen gekauft und sie an ihn weitergegeben, weil er sie restaurieren wollte. Nachdem er aber gerade mit zwei Indians mehr als ausreichend beschäftigt war, verkaufte er die Guzzi 1999 weiter an einen seiner Freunde, der „unbedingt etwas zum Schrauben“ brauchte“.
Dieser kaufte 2001 einen zweiten Teileträger hinzu und machte sich an den kompletten Neuaufbau mit dem Rahmen des zweiten Teileträgers. Nach Originalvorbild der zwischenzeitlich durch Moto Guzzi bestätigten Spezifikation der entsprechenden FIN als V 7 750 Spezial unter Verwendung der restaurierten jeweils besten Teile beider Teileträger und ein paar Neuteilen entstand schließlich dieses Motorrad.
Die Zulassung erfolgte im Mai 2002 bei einem damaligen Laufleistungsstand von ca. 72.500 km.
Da meinem Wiesbadener Freund das Restaurierungsergebnis dermaßen gut gefiel, dass ihn die Guzzi gar in seinen Träumen verfolgte, kaufte er die Maschine im April 2003 vom Erbauer zurück. Sie hatte nun ca. 73.300 km auf dem Zähler. Das Motorrad wurde nicht mehr zugelassen und i.R. eines 07er-Kennzeichens weiterhin eher selten gefahren.
Gleichzeitig erhielt ich das Versprechen, dass ich die Guzzi zum selben Preis haben könnte, wenn mein Freund mal irgendwann aufhören würde, Motorrad zu fahren. Und ich konnte warten…
2015 rief mich mein Freund aus Wiesbaden an und sagte: „Ich höre jetzt auf mit dem Motorradfahren – du kannst den Schrott, den du mir damals aus Bayern gebracht hast, jetzt wieder abholen“.
So konnte ich die Moto Guzzi im September 2015 bei ca. 76.100 km kaufen.
Fahrzeug wurde 2015 wieder zugelassen und hat jetzt einen Laufleistungsstand von 76.957 km. Damit wurde die Guzzi in den letzten 20 Jahren seit Ihrer Wiederauferstehung gerade einmal rd. 4500 km gefahren und in meinem Besitz nur knapp 850 km – denn mir ist sie vom Aufbau her leider etwas zu klein.
Ich bin der erste in der aktuellen ZBT II eingetragene Halter. Fahrzeugbrief des Vor-Vor-Besitzers liegt vor. Ebenso die Bestätigung von Moto Guzzi über die Authentizität.
Besonders beeindruckt bin ich vom tadellosen Startverhalten - auch nach längeren Standzeiten oder nach der Winterpause - und vom satten Klang der Auspuffanlage. Das Fahrverhalten und Bremsen (Trommelbremsen) sind ohne Probleme - natürlich einem Oldtimer entsprechend, also nicht mit modernen Motorrädern vergleichbar. Die Guzzi hat vier Gänge, von denen der erste nicht – wie allgemein üblich – nach unten geschaltet wird, sondern nach oben. Da muss man sich beim Fahren schon konzentrieren.
Dieser Typ galt zu seiner Zeit bereits als äußerst zuverlässig und wurde u.a. von der San Francisco Highway-Police eingesetzt. Daher hat sie zwischenzeitlich auch eine große Tourenscheibe erhalten. „Harold and Maude“ lassen grüßen. Die Guzzi ist ein single-seater – kann aber auch auf eine Zwei-Personen-Sitzbank umgerüstet werden. Die entsprechende Sitzbank ist in restaurierungswürdigem Zustand ebenfalls vorhanden.
Als Zubehör gibt es einen Jethelm im Ital-Design, eine nostalgische Schutzbrille sowie ein Paar rote Moto Guzzi-Handschuhe.

Fotos von Peter Sauer/OLASKO